Zum Inhalt springen

Was ist vor einer CMS-Migration zu klären?

Der Umzug der Inhalte ist der Teil eines Relaunchs, der am häufigsten unterschätzt wird.

27. September 20263 Min. Lesezeit

Eine CMS-Migration überführt Inhalte, Dateien und Nutzer aus einem alten System in ein neues. Das kann der Wechsel auf eine neue Generation desselben Systems sein oder der Wechsel zu einem anderen System.

Technisch läuft sie in drei Schritten: Daten aus der Quelle lesen, in die Form des Ziels bringen, im Ziel speichern. Drupal bringt dafür Werkzeuge mit, die Datenbanken, Dateien und Schnittstellen als Quelle lesen. Ein Lauf lässt sich zurücknehmen und wiederholen.

InhaltÜbliche EntscheidungBegründung
Seiten mit vielen Aufrufenübernehmensie tragen die Auffindbarkeit
Produkte und Leistungenüberarbeitendie neue Struktur verlangt Felder statt Fließtext
Meldungen älter als einige Jahrestreichen oder archivierensie werden kaum gelesen und kosten Prüfaufwand
Dateien zum Herunterladenprüfenviele sind veraltet oder doppelt vorhanden
Konten von Nutzernübernehmen nach Prüfungungenutzte Konten sind ein Risiko
  1. Welche Inhalte gibt es?

    Eine Liste aller Seiten, Inhaltsarten und Dateien mit Menge, Sprache und letzter Änderung.

  2. Was zieht um?

    Je Inhaltsart entscheiden: übernehmen, überarbeiten, streichen. Die Entscheidung trifft die Fachabteilung, nicht die Technik.

  3. Wie sieht das Ziel aus?

    Inhaltstypen und Felder des neuen Systems beschreiben und festhalten, welches alte Feld in welches neue gehört.

  4. Was geschieht mit den Adressen?

    Jede alte Adresse erhält ein Ziel. Ohne Weiterleitung laufen Verweise und Lesezeichen ins Leere.

  5. Welche Funktionen hängen an den Inhalten?

    Formulare, Suche, geschützte Bereiche, Anbindungen an andere Systeme.

  6. Wer nimmt ab?

    Eine Person je Bereich prüft die überführten Inhalte an Stichproben und gibt frei.

Zwischen dem letzten Lauf und dem Livegang darf im alten System nichts mehr geändert werden, sonst fehlt es im neuen. Dieser Zeitraum wird vorab festgelegt und angekündigt. Er lässt sich kurz halten, wenn die Migration vorher mehrfach geprobt wurde und beim letzten Lauf nur nachzieht, was neu hinzugekommen ist.

Der erste Lauf zeigt, was in der Planung übersehen wurde: Felder, die im alten System anders genutzt wurden als gedacht, Bilder ohne Beschreibung, Verweise auf Seiten, die es nicht mehr gibt. Jede Probe verbessert die Regeln der Überführung. Geprüft wird an Stichproben, die bewusst die schwierigen Fälle enthalten.

Eine Migration ist zur Hälfte eine Aufgabe der Technik und zur Hälfte eine der Redaktion. Je früher feststeht, welche Inhalte umziehen, desto verlässlicher lassen sich Aufwand und Termin nennen. Wer die Sichtung auslässt, überführt auch die Unordnung.

Jetzt Bedarf klären

Wie lange dauert eine Migration?

Das hängt von Inhaltsarten, Eigenentwicklungen und dem Zustand der Inhalte ab und weniger von der Zahl der Seiten. Eine verlässliche Angabe ist nach der Prüfung des Bestands möglich.

Lassen sich Inhalte automatisch überführen?

Strukturierte Inhalte ja. Frei gestaltete Seiten mit eingebetteter Formatierung brauchen häufig Nacharbeit von Hand.

Was geschieht mit dem alten System?

Es bleibt für eine Übergangszeit lesbar erhalten, ohne öffentlich erreichbar zu sein. Danach wird es gesichert und abgeschaltet.