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Was ist digitale Barrierefreiheit?

Wenn eine Website nur für einen Teil der Besucher funktioniert.

6 Min. Lesezeit

Digitale Barrierefreiheit bedeutet, Websites, Portale und Apps so zu gestalten, dass sie auch von Menschen mit Seh-, Hör-, motorischen oder kognitiven Einschränkungen vollständig genutzt werden können, etwa mit einem Screenreader, per Tastatursteuerung oder bei stark eingeschränktem Sehvermögen. Grundlage sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG).

Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) müssen viele digitale Angebote in Deutschland seit 2025 Mindeststandards an Barrierefreiheit erfüllen. Unabhängig von der rechtlichen Pflicht verbessert Barrierefreiheit die Nutzbarkeit für alle: klare Struktur, ausreichende Kontraste und verständliche Bedienung helfen nicht nur Menschen mit Einschränkungen.

MerkmalNicht barrierefreiBarrierefrei
BedienungNur per Maus nutzbarVollständig per Tastatur bedienbar
BilderOhne AlternativtextMit beschreibendem Alternativtext
KontrasteSchwacher Text-Hintergrund-KontrastWCAG-konforme Kontrastwerte
FormulareFehler ohne ErklärungVerständliche Fehlermeldungen je Feld
  1. Status quo prüfen

    Eine Analyse zeigt, wo die Website heute gegen WCAG-Kriterien verstößt.

  2. Priorisieren

    Befunde werden nach Aufwand und Wirkung sortiert, kritische Barrieren zuerst behoben.

  3. Umsetzen

    Struktur, Kontraste, Formulare und Bedienbarkeit werden technisch und redaktionell angepasst.

  4. Dauerhaft sichern

    Redaktionelle Richtlinien und technische Prüfungen verhindern, dass neue Barrieren entstehen.

Digitale Barrierefreiheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Qualitätsstandard, der bei jeder neuen Seite und jedem neuen Formular mitgedacht werden muss, mit klarem Nutzen für alle Besucherinnen und Besucher, nicht nur für die gesetzlich Verpflichteten.

Jetzt Bedarf klären

Wer ist vom Barrierefreiheitsstärkungsgesetz betroffen?

Das BFSG betrifft insbesondere digitale Produkte und Dienstleistungen für Verbraucherinnen und Verbraucher, etwa Online-Shops und Bankdienstleistungen. Details und Ausnahmen sollten im Einzelfall rechtlich geprüft werden.

Reicht ein automatisierter Scan zur Prüfung?

Automatisierte Tools erkennen einen Teil der Probleme, etwa fehlende Alternativtexte. Für eine vollständige Bewertung ist zusätzlich eine manuelle Prüfung nötig, etwa der Bedienung per Tastatur.

Verschlechtert Barrierefreiheit das Design?

Nein. Barrierefreiheit lässt sich in den meisten Fällen in ein bestehendes Design integrieren, ohne die visuelle Gestaltung grundlegend zu verändern.