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Headless-CMS: wann es sich lohnt und wann nicht

Headless gilt als moderne Bauweise. Ob sie zu Ihrem Vorhaben passt, entscheidet sich an der Zahl der Kanäle und an der Arbeit der Redaktion.

27. September 20263 Min. Lesezeit

Ein herkömmliches CMS verwaltet Inhalte und stellt die Seiten dar. Ein Headless-CMS verwaltet nur die Inhalte und gibt sie über eine Schnittstelle aus. Die Darstellung übernimmt eine eigene Anwendung, die getrennt entwickelt und betrieben wird.

In Angeboten und Fachbeiträgen erscheint Headless oft als der Stand der Technik, dem man folgen sollte. Das greift zu kurz. Headless ist eine Bauweise mit Vorzügen und Kosten. Beide sollten vor der Entscheidung auf dem Tisch liegen.

Der stärkste Grund sind mehrere Kanäle. Wenn Website, App, Händlerportal und Bildschirme im Verkaufsraum dieselben Inhalte zeigen, ist eine gemeinsame Quelle mit Schnittstelle der naheliegende Aufbau. Jeder Kanal stellt die Inhalte so dar, wie es zu ihm passt.

Der zweite Grund ist ein Frontend mit eigenen Anforderungen: ein Konfigurator, eine Suche mit vielen Filtern, eine Anwendung, die sich eher wie ein Programm als wie eine Website verhält. Der dritte Grund ist die Organisation. Wenn ein eigenes Frontend-Team vorhanden ist, arbeitet es unabhängig vom CMS.

Mit der Entkopplung verliert die Redaktion Werkzeuge, die sie im herkömmlichen Betrieb mitgeliefert bekommt. Die Vorschau einer Seite vor der Veröffentlichung muss eigens gebaut werden. Der freie Aufbau von Seiten aus Bausteinen ebenso. In Projekten sehen wir häufig, dass diese Punkte zu spät bedacht werden.

Dazu kommt der Betrieb. Aus einem System werden zwei, mit eigenen Updates, eigenem Hosting und einer Schnittstelle dazwischen, die überwacht werden will. Für die Entwicklung braucht es Wissen in zwei Techniken. Das erhöht die laufenden Kosten und die Abhängigkeit von einzelnen Personen.

Wenn …dann eher …weil
eine Website der einzige Kanal istklassischVorschau und Seitenaufbau mitgeliefert werden
die Redaktion Seiten frei aufbauen sollklassischdas entkoppelt eigens gebaut werden muss
einzelne Bereiche stark interaktiv sindteilweise entkoppeltnur dort ein eigenes Frontend nötig ist
Website und App dieselben Inhalte zeigenheadlessbeide Kanäle aus einer Quelle schöpfen
ein eigenes Frontend-Team vorhanden istheadlesses unabhängig vom CMS arbeiten kann
der Betrieb bei einer Person liegtklassischzwei Systeme die Abhängigkeit erhöhen

Die Entscheidung muss nicht ganz oder gar nicht lauten. Ein System wie Drupal stellt Seiten selbst dar und liefert dieselben Inhalte über eine Schnittstelle aus. Die Website läuft klassisch, und ein einzelner Bereich oder ein zweiter Kanal bezieht die Inhalte über die Schnittstelle.

Dieser Weg hält die Werkzeuge der Redaktion und lässt den späteren Ausbau offen. Er setzt voraus, dass das Inhaltsmodell von Anfang an sauber angelegt wird: Inhalte in Feldern mit klarer Bedeutung und nicht als frei gestaltete Seiten.

Wenn heute mindestens zwei Kanäle dieselben Inhalte brauchen oder das in absehbarer Zeit feststeht, dann lohnt der entkoppelte Aufbau. Wenn eine Website im Mittelpunkt steht und die Redaktion selbstständig arbeiten soll, dann ist der klassische Betrieb die wirtschaftlichere Wahl. Wählen Sie in diesem Fall ein System, das die Schnittstelle bereits mitbringt. Dann bleibt der Weg offen, ohne dass Sie ihn heute bezahlen.

Jetzt Bedarf klären

Ist eine Headless-Website schneller?

Nicht von selbst. Die Ladezeit hängt davon ab, wie Frontend, Zwischenspeicher und Bilder eingerichtet sind. Eine klassisch betriebene Website kann ebenso schnell sein.

Ist Headless teurer?

In der Regel ja, in Aufbau und Betrieb. Dem stehen Einsparungen gegenüber, wenn mehrere Kanäle sonst getrennt gepflegt würden.

Können wir klassisch beginnen und später entkoppeln?

Ja, wenn das System eine Schnittstelle mitbringt und die Inhalte strukturiert angelegt sind. Dann kommt ein weiterer Kanal hinzu, ohne dass die Inhalte neu erfasst werden.