Ein CMS für mehrere Marken und Länder
Mit jeder Übernahme und jedem neuen Markt kommt eine Website hinzu. Irgendwann stellt sich die Frage, ob das so bleiben soll.
Wie die Lage entsteht
Eine Unternehmensgruppe wächst, und mit ihr die Zahl der Auftritte. Die Tochter in Österreich hat eine eigene Website, die übernommene Marke bringt ihre mit, für den neuen Markt baut eine Agentur vor Ort einen weiteren Auftritt. Jede Website hat ein eigenes System, einen eigenen Dienstleister und einen eigenen Stand der Technik.
Das funktioniert, solange niemand das Ganze betrachtet. Sichtbar wird es bei einer Änderung, die alle betrifft: ein neues Logo, eine rechtliche Vorgabe, ein Produkt, das in allen Ländern erscheint. Dann wird dieselbe Arbeit mehrfach beauftragt.
Was für eine gemeinsame Plattform spricht
Eine Plattform wird einmal aktualisiert, einmal abgesichert und einmal weiterentwickelt. Eine Funktion, die für eine Marke gebaut wird, steht den anderen zur Verfügung. Inhalte, die für alle gelten, werden an einer Stelle gepflegt und in die Sprachen übersetzt.
Systeme wie Drupal sind dafür ausgelegt. Sprachen, Rollen und Rechte gehören zum Kern. Mehrere Websites lassen sich auf einer gemeinsamen Codebasis betreiben, mit getrennten oder geteilten Inhalten.
Was dagegen spricht
Eine gemeinsame Plattform ist eine gemeinsame Abhängigkeit. Eine Störung betrifft alle Auftritte. Ein Wunsch einer Marke muss mit den anderen abgestimmt werden. Wer bisher allein entschieden hat, entscheidet nun in einer Runde.
Dazu kommt die Frage der Eigenständigkeit. Eine Marke, die sich bewusst von der Gruppe absetzt, passt schlecht in ein Raster, das für alle gilt. Und eine Gesellschaft, die verkauft werden könnte, sollte sich ohne großen Aufwand herauslösen lassen.
Drei Formen der Zusammenlegung
Zwischen getrennten Systemen und einer einzigen Website für alle liegen Abstufungen. Bei der ersten teilen sich die Auftritte nur die Technik: eine Codebasis, ein Hosting, ein Wartungstermin. Inhalte und Gestaltung bleiben eigenständig.
Bei der zweiten teilen sie zusätzlich Bausteine und Vorlagen. Jede Marke hat ihre Farben und Schriften, der Aufbau der Seiten folgt einem gemeinsamen Baukasten. Bei der dritten teilen sie auch Inhalte. Produkte, Meldungen der Gruppe und rechtliche Texte werden zentral gepflegt, die Länder ergänzen Eigenes.
Je weiter die Zusammenlegung geht, desto größer ist die Ersparnis und desto mehr Absprachen sind nötig.
Entscheidungshilfe
| Wenn … | dann eher … | weil |
|---|---|---|
| die Marken ein gemeinsames Erscheinungsbild teilen | eine Plattform | Bausteine und Vorlagen für alle gelten |
| Produkte in mehreren Ländern dieselben sind | eine Plattform | Inhalte einmal gepflegt und übersetzt werden |
| eine zentrale Stelle für die Websites zuständig ist | eine Plattform | Entscheidungen einen Ort haben |
| die Marken sich bewusst unterscheiden | getrennte Systeme | ein gemeinsames Raster einengt |
| Gesellschaften eigenständig geführt werden | getrennte Systeme | niemand übergreifend entscheiden kann |
| nur die Technik geteilt werden soll | gemeinsame Codebasis, getrennte Inhalte | Betrieb gespart wird und Inhalte eigenständig bleiben |
Unsere Empfehlung
Wenn die Gruppe ein gemeinsames Erscheinungsbild und eine zuständige Stelle hat, dann lohnt die gemeinsame Plattform. Beginnen Sie mit zwei Auftritten, die sich ähnlich sind, und nehmen Sie weitere hinzu, sobald die Regeln stehen. Wenn die Gesellschaften eigenständig geführt werden, dann teilen Sie höchstens die Technik und lassen die Inhalte getrennt. Wenn auch dafür niemand zuständig ist, dann bleiben getrennte Systeme die ehrlichere Lösung.